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Liebe Besucher,

hier finden Sie einige Beiträge rund um die Themen Bestattungskultur, Trauer, Psychologie, Religion und Spiritualität.

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Trauern in Deutschland

Mit Samsara Bestattungen® gibt es statt Trauerfeiern - Lebensfeiern und statt Trauerreden - Lebensreden.  Dies soll keineswegs eine Tabuisierung oder Verkennen der Emotion Trauer bezwecken.  Ganz im Gegenteil, der Ansatz dahinter ist die Trauer ins Leben zu holen.
In unserer Gesellschaft ist nicht gelebte Trauer leider ein großes Thema.
Selbst bei dem Verlust eines sehr nahen Menschen müssen wir schnell wieder leistungsfähig sein und uns den Erwartungen anderer anpassen. So kommen zu der Trauer schnell Schuldgefühle und ein wahrgenommener Druck von außen wieder funktionieren zu müssen. Nicht selten kann eine so nicht gelebte Trauer zu einer Depression führen.
In der Psychologie heißt es das jedes Gefühl einen bestimmten Zweck hat und so gilt die Trauer als Reaktion auf den Verlust eines Menschen und als Mittel zum Loslassen.
Dies ist das gängige Wissen der Schulmedizin und war lange Zeit auch meine Ansicht bis ich ein Buch von dem deutschen Psychotherapeuten Roland Kachler gelesen habe, welcher nach eigenem schweren Verlust einen völlig neuen Ansatz im Umgang mit der Trauer aufzeigt.
In seinem beschriebenen Weg nutzt der Trauerende seine Gefühle nicht zum Loslassen, sondern zur Findung eines neuen Ortes der Begegnung im eigenen Herzen. In unserem eigenen Inneren können wir einen Raum erschaffen, an welchen wir weiterhin mit unseren lieben Verstorbenen in Verbindung treten und ihnen damit auch eine sichere Heimat schenken können.
Ich denke, dies ist ein sehr heilsamer Ansatz und ich bin froh, dass ich meinen Blickwinkel durch dieses Buch ändern konnte und in Zukunft vielen Menschen dadurch helfen kann.
Mehr dazu bald 😊

Anicca

Die Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit erfordert eine Menge Überwindung und oft beschäftigen wir uns erst mit dieser Tatsache, wenn wir nicht mehr anders können.
“Anicca“ ist das Wort, welches der Buddha nutzte um über die Unbeständigkeit und Vergänglichkeit aller Dinge zu sprechen. Er empfahl seinen Schülern ,vom aufstehen bis zum schlafen gehen, sich der Vergänglichkeit des Lebens bewusst zu sein.
Auch bei einem Blick in Richtung anderer Weisheitslehren, Philosophien und Religionen stoßen wir immer wieder auf den Rat, sich so früh wie möglich mit diesem Thema zu befassen.
Warum aber empfahlen all die Weisen der Geschichte dies?
Ich denke, wenn wir uns unserer eigenen Sterblichkeit und der Sterblichkeit unserer geliebten Menschen bewusst werden, dann haben wir die Chance die gemeinsame Zeit, sowie unsere eigene Lebenszeit wirklich schätzen zu lernen. Wir können unser Leben intensiver erfahren, ganz neue Prioritäten setzen und unsere Zeit mit dem verbringen was uns wirklich wichtig ist.
Wir können jeden Tag auf dieser Erde als Geschenk annehmen und nach einiger Zeit können wir auch Frieden mit der Endlichkeit schließen...☸️

Vergang´nem laufe man nicht nach,
nicht künftigem entgegenschau‘.
Das, was vergangen, ist vorbei
und künftiges noch nicht erreicht.

Wer jedoch Gegenwärtiges
genau da klarsichtig durchschaut,
nicht eingenommen, unbewegt,
an dem Durchschauten wachse man.

Grad heut muss voller Eifer sein.
Wer weiß ob morgen kommt der Tod?
Für uns gibts ja kein Aufbegehr‘n
gegen des Todes Übermacht.

Den der so voller Eifer glüht,
bei Tag und Nacht sich fleißig müht:
„Der einen wahren Glückstag hat“,
so nennt der friedvoll Stille ihn.

- Buddha Shakyamuni -

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Mettā

Ein weiterer Begriff, aus der Zeit des Buddha.
Mettā steht für bedingungslose Liebe, Güte und Freundlichkeit und ist somit die Schnittstelle aller Religionen.
Gerade in der Weihnachtszeit wird uns die Wichtigkeit dieser Herzensqualitäten bewusst.
Wenn wir uns die Schriften der Prediger genau anschauen, können wir jedoch feststellen, dass es bei der „Liebe“ von der gesprochen wird, nicht unbedingt um die Liebe geht von der wir heutzutage oft sprechen.
Es geht nicht um Liebe, die unterscheidet, separiert und bevorzugt.
Vielmehr geht es um eine Liebe zu jeden Wesen ob Mensch, Tier oder Pflanze.
Dabei ist die Herkunft, Vergangenheit und die persönliche Beziehung zu diesem Wesen keine Bedingung für diese Liebe.
Als der Buddha eines Tages von seinen Schülern aufgesucht wurde, welche sich über gefährliche und störendere Tiere des Waldes beklagten, unterwies er sie mittels der heute sehr berühmten Mettā Sutta (Lehrrede).

So soll wirken, wer des Zieles kundig
und wer die Friedensfährte schon erkannt hat:
Stark sei man, gradaus und aufrecht.
Man sei zugänglich und sanft, nicht überheblich,
zufrieden, ohne großen Anspruch,
mit wenig Pflichten, von bescheidnem Wesen,
die Sinne still, klar das Verstehen.
Unter Leuten sei man rücksichtsvoll, nicht gierig.
Nicht im Geringsten soll man sich vergehen,
wofür die Weisen einen tadeln könnten.
„Sie mögen alle glücklich sein, voll Frieden,
die Wesen mögen alle glücklich weilen!“
Was es an Lebewesen gibt,
die sich fortbewegen oder ortsgebunden,
restlos alle, lange oder große,
die mittelgroßen, kleinen, zarten, groben,
sichtbar oder unsichtbare,
ob sie nun nahe oder ferne wohnen,
ob geboren, ob noch suchend:
„Die Wesen mögen alle glücklich weilen!“
Den andern soll man nicht betrügen
und keinen, wofür immer auch, verachten.
Aus feindlicher Gesinnung, Ärger,
soll keiner einem andern Leiden wünschen.
Wie eine Mutter ihren Sohn,
ihr einzig Kind beschützt mit ihrem Leben,
so auch soll zu allen Wesen
man seinen Geist unendlich weit entfalten.
Voll Liebe zu der ganzen Welt
soll man den Geist unendlich weit entfalten.
Nach oben, unten, allen Seiten,
von Herzensenge, Hass und Feindschaft frei sein.
Stehend, gehend oder sitzend,
auch liegend, wie man eben frei von jeder Schlaffheit.
Man halte aufrecht diesen Sinn;
das nennt man Weilen wie ein Gott auf Erden.
Keiner Ansicht angehangen,
tugendstark, mit Schauung ausgestattet,
die Gier nach Sinnlichkeit entfernt,
tritt man nie wieder ein – in neuen Mutterschoß.

- Buddha Shakyamuni -

Ich denke diese Worte zeigen eindrucksvoll, welche Wichtigkeit und welche Macht diese Liebe hat und bin auch der Meinung, dass es genau dies bedarf um unsere Welt heilen zu lassen.
In diesem Sinne wünsche ich allen Wesen Glück, Frieden und ganz viel Mettā. ☸️❤️

 

Dein Tod und ich - Die Trauer- und Interviewplattform über das Weiterleben nach dem Tod

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Auf der Blogpage Dein Tod und ich finden Verbliebene von Verstorbenen emotionalen Halt und die Möglichkeit sich sowohl mit Foto als auch anonym miteinander auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und sich in der schwersten Zeit ihres Lebens gegenseitig Kraft zu spenden. Die hochwertig und authentisch aufgebaute Plattform wird seit Herbst 2020 liebevoll von Blogger Martin Höh betreut. Die im Jahr 2014 von Judith Pfaller gegründete Homepage entstand aus dem einen wichtigen und gefühlvollen Gedanken, den Martin Höh und alle User bewegen.

„Wie geht es nach dem Tod eines geliebten Menschen weiter und wie kann ich aus der Trauer wieder ins normale Leben finden?“

Auch Martin Höh, der in seinem Leben viele Schicksalsschläge wie den Tod des Bruders, des Ehemanns und der Mutter verkraften musste, suchte noch vor einigen Jahren nach einem Weg mit der Trauer zu leben und wieder Frieden im Herzen zu finden. Dabei stieß er genau auf diesen Blog und erkannte den einzigartigen Mehrwert dahinter. Seine Kenntnisse als Software-Developer und seine derzeitige Ausbildung zum Trauerbegleiter bilden eine wertvolle Grundlage zur Betreuung eines wundervollen Austausches für Menschen, die einen anderen geliebten Menschen verloren haben und in deren Herzen nun eine tiefe Leere herrscht. Die Verzweiflung, die Einsamkeit, die Hilflosigkeit und oft die Ratlosigkeit sind nicht selten die Begleiter, die dabei schwer auf der Seele lasten.

Dein Tod und ich soll durch die interaktive Kommunikation dazu beitragen, dass Angehörige wieder einen Halt im Leben durch den Zuspruch und den Erfahrungsaustausch mit Mitleidenden finden. Das Ganze funktioniert in einer Interviewform, indem Hinterbliebene über den Tod der geliebten Person berichten und sich dem Betreuer der Plattform anvertrauen können. Jeder, der seine Geschichte erzählen möchte – auch anonym – kann mitmachen. Auch Fotos können mit dem jeweiligen Interview veröffentlicht werden. Die Details dazu werden nach persönlicher Absprache geklärt. Alle Daten werden streng vertraulich behandelt und natürlich nicht an Dritte weitergegeben. Dein Tod und ich lebt von Menschen, die ihre Erfahrungen mit dem Tod und der Trauer teilen. Dabei geht es nicht darum, den ultimativen und einzig richtigen Weg aus der Trauer zu zeigen, sondern jedem die Kraft zu geben den  richtigen Weg für sich selber zu finden.

Auf dem Blog www.deintodundich.blog hat Martin Höh auch sein wertvolles Heft veröffentlicht, dass Angehörigen dabei helfen soll, bei einer Beisetzung die Wünsche der Verstorbenen zu berücksichtigen. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod und die Ausgestaltung der Feierlichkeiten, die man selbst nicht mehr erleben wird, stehen im Mittelpunkt dieser leicht auszufüllenden und zu ergänzenden Checkliste.

Hilfe für Hinterbliebene: www.deintodundich.blog bietet Angehörigen eine Plattform zur Trauerbewältigung.